Vier Tage Bamgalore...
... drei Tage Shoppingmarathon und ein Tag langweilige Hochzeit!
Die lang ersehnte Hochzeit stand also vor der Tuer!
Neugierig wie wir waren, haben wir uns schonmal im vornherein ueber die Gepflogenheiten einer suedindischen Hochzeit erkundigt. (Fundamentale Unterschiede bestehen zwischen einer suedindischen und einer nordindischen Hochzeit - hat man uns zumindest berichtet :-))
Dabei kam raus, dass es voellig in Ordnung ist die gleiche Farbe (Rot) wie die Braut zu tragen, abe schwarz gar nicht geht - schlechtes Omen und so! Da hab ich ja mal wieder einen Volltreffer gelandet.
In Bangalore angekommen ging es dann also los zum Saree-Shoppen! Ich war auch recht schnell fertig, hatte ein Teil in Peacock-Colour (schimmert lila und tuerkis, auf den Fotos sieht es aber blau aus). Stefan brauchte ein klein wenig laenger, um fuer drei Freundinnen Sarees auszusuchen. Eigentlich haetten wir gleich Einspruch einlegen sollen, denn mit dunkelgruen und dunkelblau hat er sich eine schwere Aufgabe eingebrockt. So ziemlich die letzten Farben, die es als Bangles gibt. Aber ich muss ruhig sein, denn den Rest des Tages haben Mareike und ich damit verbracht Schmuck fuer mich zu finden. Hoelleschwer mit der Sareefarbe. Was Frauen ja immer gerne tun, wenn sie frustriert sind, haben wir dann auch getan, naemlich Schuhe gekauft!
Den zweiten Tag haben wir damit verbracht Schmuck und Bangles fuer mich zu ergattern. Da Feiertag war, war das nicht die einfachste aller Aufgaben. Am Ende waren wir dann aber erfolgreich! War schon lange nicht mehr so gluecklich.
In der Zwischenzeit hatten wir fuer Stefan auch eine Kurta (oder was auch immer jetzt die richtige Bezeichnung dafuer ist) gefunden.
Zur Belohnung haben wir den teuersten Kaffee bis jetzt in Indien genossen. Ich weniger, da mein Magen mich wieder auf Trab gehalten hat. Schaetzungsweise subway sei dank :-(
Pu hat dann mal wieder den Braeutigam kontaktiert, um rauszufinden, wann wir Maedels denn zum Anziehen kommen sollen. Antwort: Morgends (die eigentliche Hochzeit) traegt noch keine einzige Saree, Hose und T-Shirt wuerden voellig reichen. Also ging es verzweifelt nochmal los Klamotten kaufen, denn so ganz lodderig wollten wir ja nun auch nicht auftauchen. Dass morgends noch keine Saree traegt kam uns auch irgendwie schleierhaft vor.
Am naechsten morgen sollte es dann losgehen, bepackt mit massig Klamotten haben wir es dann doch irgendwie in ein Taxi geschafft. Mit Pu war das alles nicht so einfach an dem Tag, aber gut!
An dem halben Palast, in dem die Hochzeit stattfand, haben wir dann erstmal festgestellt, dass die Braut Sonia und nicht Sonalie heisst und ausserdem liefen natuerlich alle Damen im Saree durch die Gegend. Als Braeutigam kann man aber auch schonmal etwas durch den Wind sein. :-)
Die eigentliche Zeremonier war von hunderten Angehoerigen verdeckt, aber gut. War auch nicht annaehernd das, was uns berichtet wurde.
Die naechsten zwei oder mehr Stunden hat das Brautpaar sich gegenueber gesessen, eine Kokosnuss festgehalten und ausgeharrt, bis jeder Gast Milch und Wasser druebergekippt hatte und ihnen Reis auf den Kopf gestreut hatte.
Danach war erstmal lunch angesagt und Braut und Braeutigam wurden umgestylt.
Wir haben die Zeit mit warten verbracht, bis abends die grosse Gratulierrunde anfing. Auf einer riesigen Buehne haben die beiden sich erst Blumenketten umgehaengt, das war der offizielle Teil, dann hiess es, Glueckwuensch entgegennehmen und laecheln. Denn mindestens zwei Fotografen und drei Kameras waren immer in action. Auf Monitoren konnte man ein Stockwerk tiefer beim Essen beobachten, wer gerade so gratuliert. Skuril das Ganze.
Irgendwann war es dann zu langweilig und wir haben uns auf ins Hotel gemacht. Ich habe mal wieder mein Bett bevorzugt und die anderen sind noch was trinken gegangen.
Den letzten Tag haben wir komplett in einer Mall verbracht. Lustige Sache das. Erstmal hat Mareike es nicht geschafft mich vom Klamotten kaufen abzubringen und dann war ich hoffnungslos im Buchladen verloren. Die indische Post wird sich freuen, wenn ich 20 kg Buecher nach Deutschland schicke. Spaeter haben wir noch zwei von Pus Freunden getroffen und echt Spass gehabt.
Alles in allem ein schoener Trip, auch wenn wir alle viel zu viel Geld ausgegeben haben!
Friday, November 03, 2006
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