Wenn einer eine Reise tut ...
... dann kann er viel erleben!
Und genau das habe ich getan.
Los ging der Spaß um 7.30 Uhr im Hause Meyer im beschaulichen Elsenfeld.
Wegen drohender Straßenverstopfung ging es nicht direkt zum Flughafen nach Frankfurt, sondern erstmal zum Bahnhof nach Hanau und von dort mit dem Zug weiter.
Am Gleis am Flughafen wartete schon meine Oma. Trotz Irrfahrt pünktlich - was wäre in dieser Familie sonst auch zu erwarten gewesen.
Also ab an den Schalter und eingecheckt. Auf dem Weg schallte auf einmal ein Hallo durch die Gegend und Mareike hatte es doch geschafft aus dem Gatebereich rauszukommen. Eigentlich nichts besonderes, aber wenn ich ein Flugzeug besteige, geht scheinbar selten etwas glatt. Noch guten Mutes habe ich meinen Rucksack in das Durchleuchteteil geschoben, da starrten die beiden Herren etwas genauer auf den Bildschirm. "Machen Sie mal bitte Ihren Rucksack auf!" Total gerne, aber was will man . "Wir müssen da einen Spezialtest mit Ihrem Fön machen!" Der Spezialtest war dann ein Rauschgifttest. Seh ich so aus? Naja, Zeit war ja genug und weil die beiden Herren dann so ein schlechtes Gewissen hatten, durfte ich zum First Class-Schalter.
Dank der wie immer mehr als großzügigen Zeitplanung war noch Zeit für einen ausgiebigen Kaffee. Kurz drauf hieß es dann Abschied nehmen und wider Erwarten nur mit wenigen Tränen. Ich war so stolz auf mich!
Im Flieger konnten wir im Gegensatz zu so manch anderem Mitflieger unsere Plätze problemlos einnehmen. Das leckere Essen (Chickencurry, Brötchen, Joghurt, Kekse, Obstsalat, Schwarzwälder Kirsch, Salat ...) haben für die langweilige Unterhaltung (schlechter Bollywoodfilm und noch schlechtere Comedyfilmchen) entschädigt.
Mein Fensterplatz hat auch nicht so viel Abwechslung gebracht, weil ziemlich bald ziemlich deutlich darauf hingewiesen wurde, dass die Schiebeteile bitte vor die Fenster zu machen seien. Also: nix wars mit spektakulärer Aussicht. Schade eigentlich. Als es draußen dunkel wurde, konnten wir noch ein paar letzte Blicke auf das Kaukasus-Gebirge und Bahrain erhaschen, wenn die Flugroutenkarte uns nicht belogen hat. Im Landeanflug strahlten uns vermeindlich friedlich die Lichter Mumbais entgegen.
Jetzt warteten nur noch schlappe 9 Stunden Warterei im erstaunlich geräumigen und neuen domestic airport auf unseren Anschlussflug auf uns. Die haben wir mit Maulen, Dösen, Tee trinken, auf Zeitung warten, auf die Anzeigetafel starren und Beobachten einer bestens situierten Familie aus London verbracht.
Endlich im Flugzeug nach Mangalore, genehmigten wir uns nochmal eine ausgiebige Mütze Schlaf und ließen das Frühstück gekonnt aus.
Mangalores Flughafen war dann alles andere als geräumig. Vom Flieger aus tapsten wir ein paar Schritte ins Gebäude und stolperten quasi schon über das Gepäckband. Am Ausgang warteten schon der schweigsame Fahrer der Uni (wir sind jetzt in Indien, da hat man sowas) auf uns, um uns mit einer Familie zum Hotel zu fahren.
Auf dem Weg hat Mareike mit Fahren im Indian Style Bekanntschaft gemacht. Ich war ja schon auf einiges gefasst, aber Lichthupe des Gegenüber war mir auch neu. In Mareikes Augen stieg die Panik mit jedem Mal hupen und spontanem wieder einscheren.
Aber, wir sind heil angekommen.
Die insgesamt gut 28 Stunden Reise ist gut überstanden und das Abenteuer Uni in Indien geht los. Mehr dazu aber später.