Saturday, August 26, 2006

Das zweite Radioprojekt...

... und wie die Inder Deutschland sehen.

Als Interviewpartner habe ich mir den honorary director gekrallt, der direkt nach dem Krieg in Deutschland war, den Deutschlehrer hier und Rahul, der im Januar nach Deutschland geht, um bei Volkswagen zu arbeiten.
Ich bin hoechst gespannt, was dabei rauskommt.
Ich werde euch berichten...
Auf dem Motorrad...

... quer durch Manipal und drumherum.

Gestern hat mir Rahul Manipal und seine Lieblingsplaetze drumherum gezeigt.
Da kann man glatt vergessen, dass man im lauten, staubigen Indien ist, wenn man vom Endpoint (Aussichtspunkt) kilometerweit - ja, die Sonne hat geschienen und es war blauer Himmel - in die Umgebung gucken kann, den Manipal Lake sieht und die Berge in der Ferne, die sich bis jetzt immer hinter Wolken versteckt haben.
Weiter ging es zu einem goldigen kleinen Ganesha-Tempel direkt am See. Hoechst idyllisch da und einer der Fluchtpunkte fuer Paare.

Naechster Halt, naechster Tempel, klein und weniger spannend.
Letzter Halt ein Huegel gegenueber vom MIT-Gelaende, von dem man die riesigen Hostel-Komplexe sehen kann. Das MIT (Manipal Institute of Technology) ist eigentlich ein Ort fuer sich, so weitlaeufig ist das alles.
Den Peacokk (Pfau)- Point haben wir gestern nicht mehr geschafft. Wird aber ganz demnaechst nachgeholt.
Dann gibt es auch Fotos, denn gestern habe ich natuerlich die voellig leeren Akkus in meine Kamera gepackt. ;-(((
Ein Spezialabendessen ...

... bei einer Familie aus Rajastan.

Gestern Abend hat Pu mich gefragt, ob ich Lust auf nordindisches Essen habe. Warum nicht, also zugesagt.
Doch das war nicht das einzig abenteuerliche an dem Abend. Wir sind naemlich nicht einfach ins Restaurant gegangen (was an sich nichts besonderes mehr ist fuer uns, machen wir schliesslich mehrmals taeglich), sondern in das Haus einer Familie aus Rajastan (das ist im Norden Indiens). Die Familie betreibt sowas wie ein Restaurant. Die private Kueche ist ein Nummer groesser und gegessen wird unter anderem im Wohnzimmer der Familie.
Und kaum zu glauben, aber wahr, es gab etwas, dass deutschem Brot sehr nahe gekommen ist. Das ganze wurde dann zerbroeselt und mit sowas wie duennfluessiger Linsensuppe uebergossen. Dazu gab es Gurken, Tomaten, Zwiebelsalat und Zitronenchutney. Der Nachtisch bestand aus Zucker mit Trockenfruechten, Nuessen und irgendwas anderem.
Alles in allem superlecker und eine echte Erfahrung.
Da muss ich unbedingt nochmal hin. Spaetestens dann habe ich Pu wohl auch ueberzeugt, dass es mir gefallen und vor allem geschmeckt hat.

Thursday, August 24, 2006

Anna entdeckt...



Kondomwerbung im eigentlich richtig prüden Indien.

Bitte lest euch den Text ganz genau durch. Die Anzeige habe ich nicht in irgendeinem Schmuddelmagazin gefunden, die hier eh verpönt sind. (Pornomagazine werden hier schlicht und einfach ignoriert, sogar bei der Diskussion um die verschiedenen Magazintypen.) Nein, die Anzeige ist in allen großen Nachrichtenmagazinen (vergleichbar mit Spiegel, Stern und Focus) zu finden. Sogar in den Independence Day Spezialausgaben.
Mission Schneider...

... beim ersten Mal erfolgreich.

Gestern Abend konnte ich mein erstes Oberteil vom Schneider abholen.
Die Spannung war groß, denn nach dem Vermessen war ich mir nicht so sicher, dass ich jemals in das Teil reinkomme.
Und Überraschung, es passt wie angegossen und es gibt überhaupt kein Problem reinzukommen. Richtig ordentlich genäht ist es auch noch. Damit war die Entscheidung gefallen, da geh ich wieder hin.
Für das ganze Teil habe ich 3,60 Euro bezahlt.
Und Komplimente gab es dafür heute auch schon massig.
Was will man mehr?

Foto wird nachgereicht, wenn der Rest auch fertig ist. Ausserdem hat das mit dem Selbstausloeser gestern nicht so wirklich hingehauen.
Indien und die Assignments...

... etwas, was ich wohl nie wirklich verstehen werde.

Heute gab es das zweite Assignment zurück und ich hab mich schon lange nicht mehr so komisch gefühlt. Denn mein Assignment wurde als leuchtendes Beispiel präsentiert.
Dazu muss ich sagen, dass ich dafür ungefähr eine halbe Stunde Zeit investiert habe. Abends schnell aus verschiedenen Magazinen Einleitungen von Artikeln rausgesucht, Morgends kopiert und fix zwei Sätze dazu geschmiert.
Manch anderer hat Stunden in der Bücherei verbracht und wurde dann vorgeführt, weil er nicht das richtige Beispiel gefunden hat. Ganz schön fies das Ganze. Und was besseres als 8 von 10 Punkten hat er auch mal gar nicht erst vergeben.
Diese Woche geht es weiter mit der Kopierorgie. Ziemlich sinnlose Sache wie ich finde, aber ich habe aufgehört bei einigen Dingen nach dem Sinn zu fragen. Macht die Sache nur komplizierter.
Der erste Tag im College ...

... ist in Indien kein Tag der Freude.

Da kullern im Vornherein schon mal dicke Tränen.
Der Grund: Ragging.
Fiese Tradition das. Nicht vergleichbar mit dem, was wir in Bremen veranstalten.
Hier werden die Ersties gezwungen die blödsinnigsten Dinge zu tun.
Am MIC war es mit vor allen Singen, Tanzen, Schauspielern, Dichten und ähnlichem Kram noch ganz harmlos. Von der Blamage mal abgesehen.
An anderen Colleges können es Dinge sein wie auf den Boden gucken, wenn man mit höheren Semestern redet, Mädels Klamotten tragen müssen, keinerlei Kontakt zum anderen Geschlecht bis hin zu Schlägen.
An Technik-Colleges muss das wohl regelmäßig ausarten.
Und mit dem ersten Tag ist es auch nicht getan. Wenn es dumm läuft, werden die Armen mehrere Wochen gequält. Ich hatte so viel Mitleid mit denen.
In Delhi haben sie am ersten Tag sogar alle Taschen der Studenten durchsucht, damit da nichts ernsthaftes passieren kann. Das war einer der großen Tage der Sicherheitsleute und wert mehrmals am Tag auf dem großen Nachrichtensender Indiens gebracht zu werden.Kommt bei uns noch der Überraschungseffekt dazu, fließen hier regelmäßig Tränen. Einige Mädels haben mir berichtet, dass sie vor dem ersten Tag Freshies im Hostel getroffen haben und die völlig aufgelöst Rotz und Wasser geheult haben, weil sie so viel Angst vor dem ragging hatten.

Monday, August 21, 2006

Anna stellt vor ...

... die Frenchies und Zeeshan und Pu.

Leider sind sie gerade alle nicht in Manipal (da schon genug virtuelle Tränen vergossen wurden, lass ich das jetzt mal), aber trotzdem oder gerade deswegen landen sie jetzt auf meinem Blog.
Also, einfach von links nach rechts.
Aemine, gegen Ende gefangen zwischen zwei Mädels, mehr weiß keiner so genau, ansonsten ein Kavalier der alten Schule. Dachte, sowas findet sich nicht mehr.
Christophe, der Älteste und Vorsichtigste von allen.
Grégory, der in den letzten Wochen so viel Englisch gelernt hat, wie in seinem Leben nicht und sich spontan in meine Kamera verliebt hat.
Zeeshan, eigentlich von Mauritius, aber unser wandelndes Wörterbuch, falls die Frenchies mal wieder das englische Wort nicht wussten und unser Französisch am Ende war. Weiterer Vorteil, Zeeshan kann Hindi.
Erwan, mit den blauesten Augen überhaupt. Immer für einen guten Schluck Alkohol zu haben und ein Tanzbär.
Nicolas, der für mich in der kurzen Zeit zum Freund geworden ist. Ein hervorragender Lästerbruder und ansonsten waren wir uns auch verdammt ähnlich.
Pu, offiziell Dr. Saxona, aber für uns Entertainer in allen Lebenslagen und laufendes Lexikon. Was er nicht weiß, kriegt er raus und schleppt uns überall hin, aber immer mit der Angst, dass wir zu viel erwarten.

Aber die Frenchies sind nicht komplett, wenn er nicht dabei ist!


Enzo, die ursprünglich mal weiße Stofftierschildkröte. Wo Grégory war, war auch Enzo und alle haben ihn ins Herz geschlossen. Enzo ist unter anderem auf Palmen geklettert, hat am Strand relaxt und war auf Elefantensafari.
Ein spontaner Sonntagsausflug ...

... führte uns zu den Jog Falls, nach Gokarna zum Om Beach und zu einem Tempel.

Aber der Reihe nach:
Die Frage, ob wir mit zu den Jogfalls wollen, erreichte uns am Freitag. Bis dahin stand nur das Ziel fest und sonst nur, dass wir vielleicht Samstag Nachmittag oder um Mitternacht fahren.
Mareike und ich haben erstmal ausgeschlafen am Samstag und da uns keiner panisch aufgeweckt hat, stand schonmal fest, dass wir nicht Nachmittags fahren. So, aufgrund allgemeiner Schläfrigkeit und angeschlagener Gesundheit, entschieden sich immer mehr für ein Wochenende in Manipal. Die Jog Falls sind schließlich kein einmaliges Phänomen. Aber wir wären nicht in Indien, wenn da nicht noch was um die Ecke kommt.

Um 16 Uhr bimmelte Mareikes Telefon. Stefan am anderen Ende: Es geht morgen um vier los, seid ihr dabei? Da Mareike und ich die indische Spontanität schon adaptiert haben, folgte ein spontanes JA!

Ich persönlich hatte schon wieder kurzzeitig vergessen, was los war, als mein Handy um halb vier Alarm schlug. Mein Gedächtnis hat mich aber nicht im Stick gelassen. Theoretisch hätte es auch um 4 losgehen können, da aber vier Inder im Spiel waren, wurden wir um 4.45 eingesammelt!

Erstes Ziel: Ein Aussichtspunkt in der Nähe der Jog Falls. Da es noch extrem früh war, war die Stimmung faszinierend mit den ganzen Wolken, die in den Bäumen hingen.

Zweites Ziel: Jog Falls, die höchsten/tiefsten/größten Wasserfälle Indiens mit 293 m. Pu hatte uns am Abend vorher noch vor Blutegeln (Ja, die leben hier auch außerhalb des Wassers!) gewarnt, worauf wir uns mit Salz (Thomas, du hattest Recht!) und einem Feuerzeug ausgestattet haben. Wie wir am nächsten morgen erfahren haben, ist es aber momentan verboten zu den Wasserfällen runterzusteigen, weil die wegen dem Monsun so viel Wasser spucken, wie seit 12 Jahren nicht mehr. Der Blick von oben war aber auch wirklich faszinierend. Wenn denn nicht gerade dicke Wolken im Weg waren.

Drittes Ziel: Gokarna, genauer gesag Om-Beach.
Sehr idyllisch das Ganze da und völlig am vom Schuss. Das neue Beach Ressort hat uns schon auf den Bildern der Frenchies begeistert. Nachdem wir es in echt gesehen haben, kommen wir auf jeden Fall wieder. Brian will sogar seine Flitterwochen hier verbringen. Die Jungs sind erstmal auf den Felsen rumgekrabbelt und Mareike und ich sind unserem Hobby Muscheln sammeln nachgegangen.

Viertes Ziel: Tempel samt riesiger Statue bzw. mehreren Statuen. Die Story dazu muss ich nochmal nachfragen und werde sie dann nachtragen. Will ja hier nicht mit gefährlichem Halbwissen glänzen. Und außerdem soll die Spannung ja hochgehalten werden.
Danach ging es dann wieder zurück.

Vielleicht fragt sich der eine oder andere vielleicht, waren die mit dem Zug oder Bus unterwegs? Falsch, wir hatten einen Fahrer. Brian war sich all die Stunden im Auto sicher, dass wir sterben. Uns hat es nicht erwischt, aber einen Hund. Ich habs zum Glück nicht gesehen.

Für die nächsten Unternehmungen bevorzuge ich ja wieder den Zug. Der kann keine waghalsigen Überholmanöver und hupen kann der auch nicht. Zwei riesige Vorteile für Westler.

Alles in allem aber ein richtig toller Tag und auf jeden Fall das frühe Aufstehen und die vielen Stunden im Auto wert.