Saturday, September 02, 2006

So sieht es aus das gute Stück ...

... und der ganze Rest, der dazu gehört.

Das ist mein Saree aus Seide, eine Menge Stoff, denn das Stück liegt doppelt.
Aber wir haben genug Leute, die sich darum reißen uns anzuziehen, weil sie unbedingt die ersten seien wollen, die uns angezogen sehen.


Das bestickte Stück ist der Teil, der dann über den Schulter am Rücken hängt. Das ist noch eine relativ sparsame Variante.


So sieht das gewebte in nah aus, bestickt mit Perlchen und Pailetten.


Das ist das obligatorische Schmuckset, natürlich nicht echt. Passend zum Saree das Ganze mit schwarzen Steinen.
Das Teil in der Mitte kann ich mir am Scheitel befestigen und dann hängt es auf der Stirn.

Die Bangles für einen Arm. Im Laden habe ich befürchtet, dass die Damen mir das Handgelenk brechen. Das Teil besteht aus lauter einzelnen Armreifen, die dann fröhlich am Handgelenk rumklimpern. Nach dem Probiermarathon haben wir von oben bis unten geglitzert.


Last but not least, die Bindis. Langgezogene machen jünger, also ab dafür. Rot und schwarz passt für Mareike und mich, damit war der letzte Kauf des Tages erledigt und wir überglücklich.

Wie der ganze Kram an uns aussieht, erfahrt ihr dann Freitag!
Heute haben Mareike und ich die fast die indische Staatsbürgerschaft erlangt ...

... und nur wegen ein bisschen Stoff.

Okay, es ist ein bisschen mehr Stoff, den man für eine traditionelle indische Hose-Oberteil-Schal-Kombination (genaue Bezeichnungen der Teile kommen demnächst, ist alles nicht so einfach) braucht.
Gestern haben wir Schneider und Schneiderin auf Trab gehalten, damit unser erster Satz Klamotten fertig wird.
Wie Frauen so sind, müssen die neuen Klamotten auch gleich ausgeführt werden. Mareike hat ihre zu Caffee Coffee Day spazieren getragen, ich hab Rahul zu meiner ersten Hindistunde (dazu später mehr) in meinen neuen Klamotten empfangen.
Bevor wir dann zum Essen los sind, habe ich noch den Schal angelegt und ich hab schon lange niemanden so strahlen sehen, wie Rahul.
Gleiches Strahlen zauberten wir am nächsten Tag auf zahlreiche Gesichter indischer Männer. Im MIC haben sie sich fast überschlagen. So viele Komplimente an einem Tag lassen sich glaube ich in Deutschland so einfach nicht einsammeln. Und das breite Grinsen bestätigte, dass sie es ernst meinen. Selbst die sonst eher schüchternen Kellner haben es sich nicht nehmen lassen.
Wir wären ja jetzt richtige indische Mädels, die Haarfarbe stimmt zwar nicht ganz, aber daran werde ich bestimmt auch nichts ändern. Ich will gar nicht wissen, wie die abgehen, wenn wir nächste Woche unseren Saree ausführen. Die ersten haben schon angekündigt, dass es wohl ein bisschen zu viel ist für sie.
Meine erste Hindi-Stunde...

... habe ich ohne Knoten in der Zunge überstanden.

Meine Güte, wenn irgendjemand von euch denkt, Französisch ist kompliziert... weit gefehlt, Französisch ist ein Kinderspiel dagegen. Und ich hab noch den Vorteil, dass ich das R mit der Zunge und im Hals rollen kann...
Rahul hat sein bestes gegeben mir wenigstens ein paar Wörter beizubringen. Das hatte zur Folge, dass wir von nützlichen Wörtern auf welche umgeschwenkt sind, die ich aussprechen kann. Jetzt heißt es üben, üben, üben...
Und ich kann noch nichtmal sagen, dass er ja auch ziemliche Probleme mit der Aussprache hat, denn er kriegt Sachen wie Glühwürmchen und Dornröschen relativ fehlerfrei raus.
So schnell werde ich aber nicht aufgeben und ich habe ja noch fast zwei Monate und immerhin kann ich schon "Ja", "Halt's Maul", "Let's go" und "Herz".
Das fiese ist allerdings, dass Mikko (seineszeichen Finne und daher einer der lustigsten Sprachen mächtig) überhaupt keine Probleme hat den ganzen Kram auszusprechen.
Manchmal werden Wünsche wahr...

... wir sind auf eine echte indische Hochzeit eingeladen.

Dazu auch noch eine echte Liebeshochzeit. Eine echte Besonderheit in Indien, immer noch. Aber das ist ein anderes Kapitel.
Nachdem wir unseren Shoppingtrip am Mittwoch erfolgreich beendet hatten, hat Pu uns gefragt, ob wir unseren Saree gerne nochmal anziehen würden. Blöde Frage eigentlich, natürlich und dann hat er damit rausgerückt, dass ein Freund von ihm heiratet und Pu ihn gefragt hat, ob wir mitkommen können. Der Freund hat wohl 3 Jahre lang in Deutschland gelebt und wir formieren dann sozusagen die deutsche Delegation. Ist zwar erst Ende Oktober, aber aufgeregt sind wir alle schon.
Gestern haben wir dann versucht rauszukriegen, was uns da erwartet, aber weit sind wir nicht gekommen. Wir sind bei dem alten Problem angekommen, dass alle aus dem Norden kommen und es wohl eine südindische Hochzeit wird. Also müssen wir wieder unseren Spürsinn auspacken und jemanden erschnüffeln, der uns da weiterhelfen kann. Irgendwie müssen wir wenigstens rauskriegen, was man einem Brautpaar in Indien so schenkt.
Ich halte euch auf dem laufenden, versprochen.
Ohne mein Handy...

... kann ich nicht mehr leben.

Ich hatte euch ja von den 100 Frei-Sms pro Tag berichtet.
Kamen Mareike und mir am Anfang ja auch verdammt viel vor, aber inzwischen bin ich mir sicher, dass ich völlig problemlos die Grenze knacken kann.
Hat aber auch was Nettes, wenn man morgends schon zwei bis drei Guten Morgen-Sms bekommt und ab und an einfach mal jemand fragt, wie es einem geht oder ich Mareike zehn Mal am Tag gefragt hab, ob sie noch lebt. Daran könnte ich mich schon gewöhnen. Vielleicht gibt es sowas in Deutschland ja auch, wenn ich zurück bin. ;-)
Die Sms-Sucht hat auch dazu geführt, dass ich inzwischen fast blind Sms schreiben kann.
Die absolute Profivariante ist aber sein Telefonbuch auch noch auswendig zu kennen und nicht mehr gucken zu müssen, an wen man die Sms schickt. Das ist mir dann aber doch ein wenig zu heikel.

Thursday, August 31, 2006

Ich fang an das System hier zu hassen ...

... heute morgen hab ich mich um 8 aus dem Bett gequaelt, um puenktlich wie wir Deutschen ja nunmal sind um 9 am MIC zu sein.
Mir kam es schon so verdaechtig ruhig vor hier und natuerlich tauchte auch nur ein Unwissender auf, der Rest wusste woher auch immer, dass keine Vorlesung stattfindet. So aetzend, wenn man sich extra dafuer aus dem Bett quaelt...
Gebt dem Saree eine zweite Chance...

... auf einer echten indischen Hochzeit.

Ja, auch das geht nicht an uns vorbei.
Wir duerfen unseren Saree bei der Hochzeit eines Freundes von Pu zum zweiten Mal ausfuehren. Ist zwar erst Ende Oktober, aber ich kann es jetzt schon kaum erwarten.
Sareekauf beendet ...

... mit Schuh- und Schmuckkauf.

Gestern haben wir uns auf den Weg nach Udupi gemacht, um eine Saree fuer Mareike und Schuhe und Schmuck fuer uns beide zu machen.
Was erstmal als dunkle Regenwolke ueber unseren Koepfen hing, hat sich wahrend unseres Trips abgeregnet und in knapp zwei Stunden hatten wir ein wunderschoenen roten Saree fuer Mareike, Schuhe fuer uns beide (wer jemals mit mir Schuhe kaufen war, weiss wie gluecklich ich war) und Glitzerkram fuer Handgelenk, Hals, Ohren und Scheitel.
Vom Anprobieren der Bangles (der bunten Armreifen, die man aus Bollywoodfilmen so kennt) haben wir alle geglitzert wie ein Weihnachtsbaum, aber was tut man nicht alles.
Appu war uns mal wieder eine grosse Hilfe, sie hat uns von einem Laden zum anderen geschleift und mit allem ausstaffiert, was wir brauchen und mit Augenklimpern noch ueberall discount rausgehauen. Klar handelte es sich immer nur um geringste Betraege, aber immerhin. o
Den Jungs mussten wir unsere Beute gleich vorfuehren und die guten waren voellig ueberrascht, dass wir ja Bangles und Schmuck gekauft haben, der ganz zufaellig zur jeweiligen Farbe des Sarees passt.
Heute bringen wir unsere guten Stuecke zum Schneider, damit die Bluse genaeht werden kann.
Dann gibt es auch Fotos von allen moeglichen Teilen. Und am 7. September ist dann der grosse Tag, an dem wir unsere Sarees zum ersten Mal tragen. Nachdem wir von jemandem angezogen wurden.