Friday, September 29, 2006

Eine Busfahrt, die wird lustig...

... denn es geht heute Abend nach Mysore!

In geschaetzten 9 Stunden Fahrtzeit machen wir uns auf zum Maharadja-Palast und stuerzen uns ins Festival-Getuemmel!
Ob wir dabei gluecklich werden, steht noch in den Sternen!
Bericht samt Fotos folgt dann naechste Woche!

Euch ein schoenes Wochenende!
Eigentlich mag ich Abhishek echt gerne...

...aber nicht, wenn er mich mal wieder mit komischem Kram fuettert!

Erst hat er mir den Mund mit Pan gestopft, ich glaube mich zu erinnern darueber berichtet zu haben, und heute dann mit ayurvedischem Verdauungsbeschleuniger!
1. Hab ich danach gefragt?
2. Schmeckt wie Bruehwuerfel, Pfeffer und faule Eier!
3. Muss ich mich auslachen lassen, wenn ich das Gesicht verziehe?
4. Wer hat gesagt, dass wir unsere Verdauung ankurbeln muessen?
5. Und vor allem vor einer 9 stuendigen Busfahrt???

Mir war danach erstmal schlecht, aber interessiert ja keinen, die Herren hatten ihren Spass!

Immerhin weiss ich, dass ich das nicht wieder brauche und mich naechstes Mal mit Haenden und Fuessen wehre, wenn Abhishek mich mit irgendwas fuettern will.

Zur Abwechslung haben Mareike und ich aber mal zusammen gelitten.

Mitleidsbekundungen koennt ihr gerne als Kommentare hinterlassen!


Update: Nachdem ich lange genug rumgenoelt habe, hatten die Herren wenigstens ein schlechtes Gewissen! Und gewirkt hat es zum Glueck auch nicht!

Sunday, September 24, 2006

Und wieder auf zur Party...

... dieses Mal zu Edge, um zu schwitzen bis zum Umfallen!

Hui, mir tut immer noch alles weh. Ich hab ja schon lange nicht mehr so geschwitzt! Selbst meine Haare waren klitschnass.
Ist aber auch schon anstrengend, wenn man mit fünf (!) Männern gleichzeitig tanzen muss und wer jemals Inder tanzen gesehen hat weiß, dass das besser ist als jegliche Verausgabung im Fitness-Studio!
Bei den Hindi-Songs sind die guten völlig ausgeflippt und ich habe keinen blassen Schimmer, was sie mir entgegen gebrüllt haben. Aber bei den schmachtenden Blicken kann ich es mir schon irgendwie denken.
Um 1 Uhr lief dann auch noch "Du hast" von Rammstein und die Inder sind völlig ausgetickt. Das war einer der wenigen Momente, wo wir Germans mal einen gewaltigen Sprachvorteil haben, da die Inder nicht mehr als NEIN können vom Text! Großer Spaß das!
Besonders spaßig war, dass ich mich mal wieder um Längen zu groß gefühlt habe, da ich deutlich größer bin als der Durchschnittsinder. Und das ohne Absatzschuhe. Hat allerdings den Vorteil, dass ich den kompletten Überblick hatte. ;-)

Heute habe ich Muskelkater wie Hölle und eine sexy Whiskey-Stimme vom vielen rumsingen! Aber das ist es wert und da Sonntag ist, muss ich mich ja nicht viel bewegen! ;-)

Eurotrip...

...oder Europa aus der Sicht der Amis!

Gestern haben wir auf meinem Bett mal wieder das Heimkino eröffnet und Eurotrip geguckt.

Vier amerikanische Studenten machen sich auf den Weg quer durch Europa, da einer von ihnen sich im Internet hoffnungslos in ein deutsches Mädel verknallt hat. Fröhlich werden alle Klischees abgeklappert und wir mussten teilweise Aufklärungsarbeit leisten.

Aber viel wichtiger, ich glaube in dem Film ist die grausige Verknüpfung „Deutschen mögen David Hasselhoff“ verankert. Damit wäre zumindest der Ursprung dieser Fehlinformation eventuell lokalisiert, was es aber immer noch nicht besser macht.

Nachdem ich den Film gesehen habe, ist mir auf jeden Fall um einiges klarer, warum wir manchmal mit skurilen Fragen konfrontiert werden. Für alle, die ihn noch nicht gesehen haben, schaut ihn euch an, bevor ihr euch fürs Auslandssemester ins nicht-europäische Ausland aufmacht. Dann seid ihr wenigstens ein wenig auf dümmliche Fragen vorbereitet! ;-)

Freshies Party am MIC...

... Leute, sowas habe ich noch nicht gesehen!

Fasching haben wir ja in einer mehr oder minder repräsentativen Umfrage festgestellt, dass bei uns daheim doch verdammt ordentlich gebechert wird und ich habe echt schon viele Besoffene erlebt (Namen werden hier nicht genannt!), aber was am Donnerstag in Manipal abging, hat jegliche Party bei uns übertroffen.

Erstmal haben Mareike und ich die Parade von völlig überstylten Leutchen abgenommen. Die Mädels aufgedonnert bis zum Abwinken und in Röcken, die teilweise echt nur zum Stehen gedacht waren. Die Jungs in Hemden, die in Deutschland kein Mensch tragen würde, so mit Nieten und hässlichen Aufdrucken...

Die ersten kamen schon gut voll um 8 am Ort des Geschehens an. Dort wurde fröhlich weitergebechert, entweder mit Todesmischungen oder gleich pur: lauwarmer Wodka, Rum oder Whiskey. Und das ganze natürlich ohne was zu essen im Magen.

Da die meisten auch erst vor ein paar Tagen die ersten Erfahrungen mit Alkohol gemacht haben, entpuppte sich das als äußerst fatale Mischung, da sich auch noch gebrochene Herzen und halbstarkes Jungsgeplänkel miteinander vermischten. Führte dazu, dass um 9 die ersten Mädels in Tränen ausbrachen, weil die Welt ja so ungerecht ist.

Währenddessen hat der halbwegs nüchterne getanzt bis die Schweißtropfen geflogen sind, da die Klimaanlage nicht mehr war als nette Dekoration an der Wand.

Um 10 war dann fast keiner mehr fähig zu tanzen, weil entweder total besoffen oder damit beschäftigt die Besoffenen zu versorgen.

Da die armen Drittsemester auch nicht so die alten Hasen sind, wenn es darum geht Besoffene halbwegs wieder herzustellen, habe ich da mal eingegriffen. Habe erfolgreich Wasser in die Armen gefüllt, damit der Kater wenigstens nicht ganz so schlimm wird. Dabei musste ich mir tragische Geschichten von unerfüllten Liebschaften über keiner hat mich lieb bis die Welt ist überhaupt so schlecht anhören.

Nach und nach haben wir dann versucht die ganzen Schnapsleichen in Rickshaws zu verfrachten, was nicht so einfach ist, da einigen Fahrern ihr Gefährt wohl heiliger war und sie direkt umgedreht haben.

Irgendwie haben es dann doch alle mehr oder minder schnell in ihr Bettchen geschafft.

Zu allem Übel mussten einige der Drittsemester am nächsten Morgen um 9 Präsentationen halten. Hat dazu geführt, dass sie teilweise ziemlich planlos vor sich hin gestottert haben. Wie es einigen der Mädels ergangen ist, will ich gar nicht wissen. Bin auf jeden Fall ziemlich froh, dass ich aus dem Alter raus bin und ganz gut beurteilen kann, wann genug ist und somit diesen peinlichen Situationen entgehen kann. Mareike und ich hatten auf jeden Fall unseren Spaß!

Nachtrag ethnic day:

Lange ist es jetzt her, aber versprochen ist versprochen.

Der Ethnic Day am MIC, schon lange haben Mareike und ich nicht mehr für so viel Aufregung gesorgt. Morgends um 8 hatten wir ein Date mit zwei Mädels, die uns in unsere Sarees gewickelt haben. Bei Mareike ging das von der Größe her noch ganz gut, bei mir gab es da schon größere Schwierigkeiten. Was komm ich auch auf die Idee Absatzschuhe zu tragen!?! ;-) Führte dann auch dazu, dass ich um Einiges größer war als der Rest an dem Tag, obwohl einige Mädels waghalsige Plateauschuhe unter ihren Sarees versteckt hatten.

Da die Mädels mit voller Hingabe auch noch unseren Frisuren – ich wurde genötigt meine Haare offen zu lassen – und unserem Make-up gewidmet haben, dauerte alles etwas länger als erwartet. So habe ich es dann auch noch geschafft eine halbe Stunde zu spät mit Aarti zur Vorlesung zu kommen. Aber wir hatten ja auch einen verdammt guten Grund.

Den Tag über haben sich dann alle fast überschlagen beim Komplimente verteilen. Kann ruhig öfter vorkommen wie ich finde. Kann man sich dran gewöhnen. Selbst die Lehrer sind aus ihren Büros gekrochen, um uns zu begutachten. Ziemlich lustig das Ganze!

Leider war es an dem Tag aber sowas von warm, dass wir die meiste Zeit vor allem mit Schwitzen beschäftigt waren. Was dazu führte, dass ich mehrmals mein Bindi verloren habe und irgendwann war es dann ganz verschollen. Hat aber auch keinen mehr interessiert. Außerdem waren wir gefangen in der Zwickmühle aus „Bloß nicht hinsetzen, sonst komm ich nicht mehr hoch!“ und „Meine Füße bluten schon fast, ich kann nicht mehr stehen!“. Noch dazu hatte sich in einem meiner Schuhe das Markenschild gelöst, der Kleber ist aber an der Sohle geblieben, was dazu geführt hat, dass der Schuh an meinen Füßen festgeklebt hat. Folge: böse Blase unterm Fuß! Aber wie hat mein Opa immer gesagt: „Wer schön sein will, muss leiden!“ Schön war ich wohl – haben zumindest alle anderen gesagt, ich hab mich nur auf Bildern ganz gesehen – und gelitten habe ich für drei! Einige haben vorgeschlagen mich direkt an den Mann zu bringen, ich würde ja schließlich aussehen wie eine echte indische Braut. (Wie war das nochmal mit rot als Farbe für den Hochzeitssaree?)

Da es so heiß war, habe ich ordentlich Wasser in mich reingekippt. Nach einer Weile ist mir dann eingefallen, dass das vielleicht keine so gute Idee ist. Im Stehen ist es ja nicht so schwierig den Saree einigermaßen unter Kontrolle zu halten. Aber ein Gang zum Klo wäre in der Katastrophe geendet. Die Klos im MIC stehen sowieso schon permanent unter Wasser und sind tierisch eng, ganz zu schweigen davon, dass fünf Meter Stoff nicht wenig sind. Wundersamerweise habe ich die 4 Liter Wasser aber irgendwo in meinem Körper verstaut oder ausgeschwitzt auf jeden Fall hatte ich noch nichtmal den Drang aufs Klo zu gehen, dem Himmel sei Dank.

Aufgrund der brütenden Hitze und der Tatsache, dass ungefähr tausend Leute kommen wollten, um uns zu begutachten, haben wir uns für den Food Court als Ort des Mittagsessens entschieden. Das Ding hat den großen Vorteil, dass es eine Klimaanlage hat, aber den Nachteil, dass es direkt am Hauptgebäude der Universität ist und ziemlich groß, das heißt ziemlich viele Leute zur Mittagszeit.

Wir aber tapfer uns irgendwie in die Rickshaw gepackt und unseren großen Auftritt genossen. Starren die Leute uns ja so schon genug an, drehten sich in Sekundenbruchteilen ALLE Leute um, als wir aus der Rickshaw gestiegen sind. Ich glaube, so muss sich ein Superstar fühlen.

Nach dem Essen haben wir dann auch noch ein bisschen was zum ethnic day beigetragen, denn Stefan hat als neuer Deutschlehrer ein bisschen Galgenmännchen mit deutschen Begriffen gespielt. Den Mädels hat es auf jeden Fall gefallen! ;-)

Nachmittags gab es noch ein bisschen Sing-, Tanz- Irgendwas-Programm, aber so sehr lange haben wir es da nicht mehr ausgehalten. Mareike war schließlich noch krank und ich konnte einfach nicht mehr stehen.

Zurück im Hotel hatten wir dann zu kämpfen wieder aus unseren Seidenhaufen (gell, Marie) rauszukommen. Und ich habe mich schon so lange nicht mehr so über eine kalten Dusche gefreut. Danach noch fix zum Essen und ich war wieder ein ganzer Mensch!

Alles in allem ein toller, wenn auch echt anstrengender Tag! Eins verspreche ich aber, ich werde mich bei der Hochzeit mit Händen und Füßen dagegen wehren meine Haare offen zu lassen, das war einfach zu anstrengend!