Sunday, January 14, 2007

Eine Zugfahrt von Mumbai nach Delhi...

... das sind 22 Stunden in denen man viel sieht, hört und lernt!

Da ich Zeit hatte und nicht so viel Geld ausgeben wollte, habe ich mich kurzerhand dazu entschlossen mich im Sleeper class-Abteil nach Delhi schuckeln zu lassen.

Voll bepackt habe ich mich morgends ins Taxi geschmissen, einmal quer durch Mumbai fahren lassen, um dann echte Bedenken zu haben, ob ich wirklich auf dem Weg zum Bahnhof bin oder ob der Taxifahrer mich in einen Slum verschleppt...
Aber irgendwann stand ich dann doch am richtigen Bahnhof, habe die Kofferträger in die Flucht geschlagen und habe noch ein wenig gewartet, nachdem ich irgendwann doch den richtigen Fleck am Bahnsteig gefunden hatte.
Schnell konnte ich alle in Manipal beruhigen, denn meine Gesellschaft im Zug war sehr nett, glücklicherweise nicht zu gesprächig und sehr besorgt um das kleine blonde Ding. Während der Fahrt musste ich ans Fenster, damit die Bettler und was da sonst noch so alles im Zug rumrennt nicht an mich ran kommt und nachts musste ich ganz oben schlafen, damit keiner mitkriegt, dass das so was weißes weibliches liegt.
Unterwegs wurde ich auch noch fürstlich verköstigt, es war lecker, ich habe es überlebt.
Die guten Ratschläge meiner Ersatzpapas in Manipal habe ich mal spontan in den Wind geschossen und mich mit Fremden unterhalten und von ihnen Essen angenommen.

Alles in allem hatte ich für 7,50 Euro einen netten Tag (ja, es waren wirklich 22 Stunden), habe 1371 km hinter mich gelegt, ganz viel gelernt und gesegnet bin ich auch noch, denn jetzt trage ich ein Glöckchenarmband mit mir rum.

Die Fürsorge hatte ihr Ende nicht am Bahnsteig, sondern die beiden netten Kerle haben noch dafür gesorgt, dass ich in eine Rickshaw komme, die mich im richtigen Hotel abliefert.

So eine Zugfahrt ist nur zu empfehlen, natürlich nicht, weil es so bequem und komfortabel ist, sondern weil man Dinge erlebt, die einem sonst völlig verborgen bleiben.

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